Artikel zum Podcast
10X statt 2X (Teil 1): Warum Verzehnfachen leichter ist als Verdoppeln
Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 13.05.2025

Seit mein Buch „10X für Immobilieninvestoren“ erschienen ist, höre ich immer wieder denselben Einwand: „Sollte ich mein Portfolio nicht erst einmal verdoppeln, bevor ich ans Verzehnfachen denke? 2X ist doch der logische erste Schritt.“
Ich verstehe diesen Reflex – er klingt vernünftig. Und er führt trotzdem in die falsche Richtung. Meine These: Etwas zu verzehnfachen ist leichter, als es zu verdoppeln. Das gilt für ein Portfolio genauso wie für Kundenzahlen oder Umsatz in jeder Branche.
1. Warum 2X-Denken Dich festhält
Wir denken in kleinen Schritten. Bei einer Verdopplung lautet der erste Gedanke fast immer: Ich mache einfach das Gleiche, nur doppelt so viel. Das ist Kopieren statt Umdenken.
Erstens wird dadurch alles gleich wichtig. Jeder Termin, jeder Kontakt, jede Finanzierungsvariante. Du kannst nicht mehr unterscheiden, was Dich weiterbringt und was Dich nur beschäftigt.
Zweitens bleibst Du im selben Muster. Wer bisher über Makler gekauft hat, sucht mehr Makler. Wer in bestimmten Lagen investiert hat, sucht mehr davon. Du läufst viele kleine Hügel hoch und gewinnst keine Höhe.
Drittens skalierst Du nicht nur Erfolge, sondern auch Probleme: mehr Besichtigungen, mehr Gespräche, mehr Verwaltung. Genau diese Phase habe ich selbst erlebt – neben dem Hauptberuf unterwegs, ständig in Gesprächen, und kaum vom Fleck gekommen.
2. 10X ist kein Mengenziel, sondern ein Qualitätssprung
Wenn Du Dir das Zehnfache vornimmst, kannst Du nicht mehr so weitermachen wie bisher. Du kannst nicht zehnmal so viele Objekte ansehen und nicht zehnmal so viel arbeiten. Das ist schlicht unmöglich – und genau das ist der Punkt.
Zum Doppelten führen hunderte Wege. Zum Zehnfachen führen vielleicht zwei oder drei. Diese Enge ist keine Einschränkung, sondern Klarheit.
Ich habe für mich damals das Ziel nicht in Objekten formuliert, sondern in monatlichen Mieteinnahmen – und die Zielgröße anschließend um den Faktor zehn angehoben, bei gleichzeitig weniger operativer Arbeit. Mit Einzelwohnungen wäre das nie gegangen. Also habe ich den Schwerpunkt verschoben, hin zu Objekten mit deutlich geringerem Betreuungsaufwand je Einheit.
Das ist kein Aufruf, es mir gleichzutun. Es ist ein Beispiel für das Prinzip: weniger machen, aber das Wenige grundlegend anders.
3. Die Macht des Weglassens
Bei 2X willst Du alles behalten und mehr davon machen. Bei 10X musst Du einen Großteil dessen streichen, was Du heute tust. Radikal? Ja. Aber die Rechnung dahinter ist bekannt: Ein kleiner Teil Deiner Tätigkeiten erzeugt den größten Teil Deiner Ergebnisse.
Bei mir war die Erkenntnis unbequem: Der Großteil meiner Zeit floss in Verwaltung, nur ein Rest in das, was tatsächlich Wachstum erzeugt. Die Konsequenz war eine harte Regel – keine Einzelwohnungen mehr, Wohnimmobilien nur noch bei außergewöhnlich guten Gelegenheiten.
Wie Du die richtigen Kandidaten zum Streichen findest, steht in Weniger tun, mehr erreichen.
4. Was ist Deine besondere Fähigkeit?
Die entscheidende Frage lautet nicht „Wo bin ich gut?“, sondern „Wo bin ich außergewöhnlich?“ Genau dort kannst Du stark wachsen, ohne Dich aufzureiben.
Bei mir war es die Fähigkeit, mich schnell in neue Themen einzuarbeiten – und aus meiner Zeit als Unternehmensberater die Gewohnheit, mit Unternehmen und institutionellen Gegenübern auf Augenhöhe zu verhandeln. Wo andere zurückschreckten, war das für mich vertrautes Terrain.
Wenn Du in Deiner eigenen Kategorie spielst, konkurrierst Du nicht mehr über den Preis, sondern über den Wert – und stehst damit nicht mehr im Gedränge um dieselben Angebote.
Deine Übung für diese Woche
- Formuliere Dein aktuelles Ziel – und dann dasselbe Ziel mal zehn.
- Schreibe auf, warum es mit Deiner heutigen Vorgehensweise unmöglich ist. Diese Liste ist Gold wert.
- Notiere die zwei oder drei Wege, die überhaupt zum Zehnfachen führen könnten.
- Markiere die Tätigkeiten, die dabei keine Rolle mehr spielen.
- Beschreibe in zwei Sätzen, worin Du außergewöhnlich bist – und was das für Deinen Schwerpunkt bedeutet.
Wie Du daraus ein Vorgehen machst und welche Einwände dabei hochkommen, steht in 10X statt 2X, Teil 2.
Folge 53 anhören
Dieser Artikel basiert auf Folge 53 von „Erfolg ist kein Glück“: „Die unbequeme Wahrheit hinter dem 10X Konzept – Teil 1“ vom 13.05.2025.
Folge 53 anhören