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    Die positive Perspektive: Was in schlechten Nachrichten steckt

    Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 20.01.2025

    In der Folge erzähle ich von einem Flug nach Dortmund, der wegen dichten Nebels nach Düsseldorf umgeleitet wurde. Die Stimmung an Bord: genervt. Verständlich, niemand plant gern um.

    Ich habe in dieser Situation eine kleine Übung gemacht und mich gefragt, was alles nicht passiert ist: kein riskanter Landeversuch, kein Rückflug, kein weit entfernter Ausweichflughafen, eine sichere Landung, eine knappe Stunde Fahrt bis zum Ziel. Aus einer schlechten Nachricht wurde eine Kette vernünftiger Entscheidungen.

    1. Warum Dein Kopf zuerst das Negative sieht

    Diese Schieflage ist keine Charakterschwäche, sondern praktisch: Wer eine Gefahr übersah, hatte ein Problem. Wer eine Gelegenheit übersah, bekam am nächsten Tag eine neue. Entsprechend prägen sich unangenehme Erfahrungen deutlich stärker ein als angenehme.

    Im heutigen Alltag hilft dieser Reflex allerdings selten. Er sorgt dafür, dass ein kritischer Satz mehrere gute Rückmeldungen überschattet – und dass eine Planänderung wie ein Schaden wirkt, obwohl sie keiner ist.

    Die gute Nachricht: Diese Voreinstellung lässt sich mit Wiederholung verschieben. Nicht durch Zwangsoptimismus, sondern durch die Gewohnheit, die zweite Hälfte der Wahrheit mitzuerfassen.

    2. Vier Techniken für den Moment danach

    Die 10-10-10-Frage: Wie wichtig ist das in zehn Minuten, in zehn Monaten, in zehn Jahren? Die meisten Ärgernisse überleben die zweite Frage nicht.

    Das Nicht-passiert-Protokoll: Liste auf, was alles nicht eingetreten ist und welche größeren Risiken damit vermieden wurden. Das ist die Übung aus meiner Fluggeschichte.

    Der Perspektivwechsel: Stell Dir vor, ein guter Freund erzählt Dir genau diese Geschichte. Wir sind mit anderen fast immer nachsichtiger und klarer zugleich – mehr dazu in Probleme lösen.

    Das Buch der gewonnenen Niederlagen: Notiere Rückschläge, aus denen später etwas Gutes entstanden ist. Diese Sammlung ist Dein bester Beleg dafür, dass die aktuelle Lage nicht das Ende der Geschichte ist.

    3. Drei Fragen bei jeder schlechten Nachricht

    Ich habe mir eine feste Reihenfolge angewöhnt. Zuerst der nüchterne Satz: Es ist, wie es ist – meine Reaktion entscheidet über den Rest.

    1. Was lerne ich daraus?
    2. Welches größere Problem wird dadurch vermieden?
    3. Welche Möglichkeit entsteht, die es sonst nicht gäbe?

    Ein Beispiel aus meinem eigenen Geschäft: Eine unerwartet hohe Steuernachzahlung war der Auslöser dafür, dass ich mich überhaupt ernsthaft mit steuerlicher Planung beschäftigt habe. Angenehm war das nicht. Nützlich bis heute schon.

    4. Typische Situationen im Unternehmen

    Ein Kunde kündigt: Die erste Reaktion ist Verlust. Die nützliche Frage lautet, warum genau – und was sich daraus für Angebot und Betreuung ableiten lässt.

    Eine Mitarbeiterin geht: Neben dem Verlust steht die Gelegenheit, Aufgaben neu zu verteilen, Wissen endlich zu dokumentieren und Abläufe zu prüfen, die nie jemand hinterfragt hat.

    Ein Projekt scheitert: Je früher das passiert, desto geringer der Schaden. Die entscheidende Frage im Team ist nicht „Was ist schiefgelaufen?“, sondern „Was machen wir daraus?“

    Deine Übung für 21 Tage

    1. Tage 1 bis 7: Schreibe bei jedem Ärgernis auf, was alles nicht passiert ist.
    2. Tage 8 bis 14: Stelle bei jeder Planänderung die 10-10-10-Frage.
    3. Tage 15 bis 21: Notiere zu jeder Herausforderung drei konkrete Vorteile, die sie mit sich bringt.
    4. Beginne parallel Dein Buch der gewonnenen Niederlagen mit drei Beispielen aus der Vergangenheit.
    5. Lies es nach drei Wochen einmal am Stück – das ist der eigentliche Effekt der Übung.

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    Dieser Artikel basiert auf Folge 44 von „Erfolg ist kein Glück“: „Die Kunst der positiven Perspektive“ vom 20.01.2025.

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