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    Hans Wilsdorf: Was seine Unternehmergeschichte über Weitblick erzählt

    Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 01.01.2025

    Zum Jahresauftakt eine Geschichte statt einer Methode – und zwar die eines Unternehmers, dessen Weg mich aus mehreren Gründen fasziniert: Hans Wilsdorf, der Gründer von Rolex.

    Es geht dabei nicht um Uhren und ausdrücklich nicht um eine Kaufempfehlung. Es geht um drei Dinge, die an dieser Geschichte auffallen: Umgang mit Rückschlägen, Markenaufbau mit langem Atem und eine sehr ungewöhnliche Nachfolgeregelung.

    1. Ein Start, der nicht nach Erfolgsgeschichte aussah

    Wilsdorf wurde 1881 in Bayern geboren und verlor seine Eltern als Kind. Er kam ins Internat, arbeitete später im kaufmännischen Bereich – zunächst ohne jede Verbindung zur Uhrmacherei.

    1905 gründete Wilsdorf in London ein Unternehmen für den Vertrieb von Uhren. 1908 ließ er den Namen Rolex als Marke eintragen. Diese Schritte beschreibt die offizielle Unternehmensgeschichte.

    2. Warum er eine eigene Marke brauchte

    Für den Markenaufbau suchte Wilsdorf einen kurzen, gut aussprechbaren Namen, der auf einem Zifferblatt Platz fand.

    In seiner eigenen Erzählung kam ihm der Name Rolex während einer Fahrt durch London in den Sinn. Diese Namensgeschichte ist eine Selbstauskunft Wilsdorfs, keine unabhängig belegte Erklärung seiner Entstehung.

    3. Beweisen statt behaupten

    1927 trug Mercedes Gleitze bei einem Schwimmversuch im Ärmelkanal eine Rolex Oyster. Wilsdorf verband den Einsatz unter realen Bedingungen mit öffentlicher Werbung. Die Oyster-Geschichte von Rolex beschreibt diese Verbindung.

    Für mich steckt darin eine praktische Frage: Wie lässt sich eine zugesagte Eigenschaft Deiner Arbeit nachvollziehbar zeigen? Ein konkretes Beispiel kann die Kommunikation darüber ergänzen.

    Dazu kam ein langer Atem. Zwischen der Gründung, der Markeneintragung und dem Zeitpunkt, an dem der Name wirklich für etwas stand, lagen Jahrzehnte. Wer heute nach drei Monaten aufgibt, weil eine Idee noch nicht trägt, misst mit einem anderen Maßstab.

    4. Die ungewöhnlichste Entscheidung: die Stiftung

    Die 1945 gegründete Hans Wilsdorf Stiftung ist Eigentümerin der Rolex-Gruppe. Ihre Mittel stammen aus Dividenden; sie unterstützt gemeinnützige Vorhaben in sozialen, kulturellen und weiteren Bereichen.

    Unternehmerisch ist das die interessanteste Stelle der Geschichte: Er hat die Frage, was nach ihm passiert, selbst beantwortet, statt sie anderen zu überlassen. Genau darum geht es auch in der Folge zur Generalprobe.

    Die Anregung für Dein eigenes Unternehmen lautet: Beschäftige Dich mit der Nachfolge, solange Du Zeit hast, Optionen zu prüfen und Zuständigkeiten zu klären.

    5. Was sich daraus mitnehmen lässt

    • Rückschläge am Anfang sagen wenig über den weiteren Weg aus.
    • Ein Name, der überall funktioniert, ist eine unternehmerische Entscheidung, keine Geschmacksfrage.
    • Zeige Eigenschaften Deiner Arbeit an nachvollziehbaren Beispielen.
    • Die Nachfolge zu regeln gehört zum Aufbau dazu – nicht ans Ende.

    Deine Übung zum Jahresauftakt

    1. Notiere den größten Rückschlag der letzten Jahre und was daraus entstanden ist.
    2. Frage Dich, woran man Deine Arbeit erkennt – ohne dass Du sie erklärst.
    3. Suche eine Eigenschaft, die Du nachprüfbar zeigen statt behaupten kannst.
    4. Notiere in drei Sätzen, was mit Deinem Vorhaben geschehen soll, wenn Du es nicht mehr führst.

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    Dieser Artikel basiert auf Folge 41 von „Erfolg ist kein Glück“: „Die Rolex Story“ vom 01.01.2025.

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