Artikel zum Podcast
Leidenschaft und Erfolg: Was an der berühmten Millionärsstudie dran ist
Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 26.05.2025

Es gibt eine Geschichte, die in Vorträgen und Büchern seit Jahrzehnten weitergereicht wird: Eine Langzeituntersuchung soll gezeigt haben, dass fast alle später vermögenden Teilnehmer nicht dem Geld gefolgt sind, sondern ihrer Begeisterung.
Wichtig vorweg und ohne Umschweife: Diese Untersuchung ist umstritten. An der Methodik gab es erhebliche Kritik, und die Zahlen gelten als nicht belastbar belegt. Ich erzähle sie hier deshalb als das, was sie ist – eine Geschichte, kein Beweis. Und trotzdem lohnt die Frage dahinter: Führt eher die Jagd nach Geld zum Ergebnis oder die Hingabe an eine Sache?
Alles Folgende ist meine persönliche Denkweise. Es ist ausdrücklich keine Anlageempfehlung, keine Steuerberatung und kein Versprechen auf irgendein finanzielles Ergebnis.
1. Warum ich die Zahlen nicht wiederhole
Erzählungen mit runden, spektakulären Zahlen verbreiten sich, weil sie sich gut anfühlen. Genau deshalb sind sie gefährlich: Sie ersetzen das eigene Nachdenken durch ein Argument, das kaum jemand prüft.
Mein Umgang damit: Die Geschichte darf den Anstoß geben, aber sie trägt keine Entscheidung. Für Entscheidungen brauchst Du Deine eigenen Kriterien – siehe Preis und Wert.
2. Was tatsächlich trägt: Begeisterung plus Ausdauer
Angela Duckworth beschreibt mit Grit anhaltendes Interesse und Ausdauer bei langfristigen Zielen. Das ist ein nützlicher Blickwinkel, aber keine Erfolgsgarantie.
Ebenfalls hilfreich ist die Unterscheidung zweier Arten von Leidenschaft. Die eine passt in Dein Leben und kann Dir Kraft geben. Die andere kann sich wie Zwang anfühlen, wenn Dein Selbstwert daran hängt. Für langfristige Vorhaben lohnt es sich, diesen Unterschied regelmäßig zu prüfen.
Für Deine Planung heißt das: Prüfe neben Deiner Begeisterung auch, welche Fähigkeiten, Unterstützung und Ausdauer Dein Vorhaben braucht.
3. Was das für Deine Lage bedeutet
Du musst dafür nicht selbstständig sein. Auch als Angestellte oder Angestellter kannst Du Deine Rolle in Richtung dessen verschieben, wofür Du brennst – indem Du mehr davon übernimmst, Dich einarbeitest und sichtbar machst, was Du kannst.
Wer nebenberuflich etwas aufbaut, merkt den Unterschied besonders deutlich: Die Abende, die Dich etwas kosten, und die Abende, die Dir etwas geben, sehen von außen gleich aus – innen nicht.
Eine Tätigkeit kann auf dem Papier gut aussehen und trotzdem wenig echtes Interesse wecken. Dann kann es schwerer werden, über längere Zeit mit Rückschlägen umzugehen.
4. Fünf Schritte, um Deiner Sache Raum zu geben
- Finde den Ansatzpunkt: Was würdest Du tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Wobei vergisst Du die Zeit?
- Suche die Schnittmenge: Wie wird aus Deinem Interesse ein Nutzen für andere? Du brauchst noch keinen Plan, nur eine Richtung.
- Fang klein an: eine Stunde pro Woche, ein Testprojekt, ein Gespräch mit jemandem, der das schon macht.
- Investiere in Wissen und Umfeld: Bücher, Veranstaltungen und vor allem Menschen, die Dich in dieser Richtung ernst nehmen.
- Gib Dir Zeit: Das ist keine Sache von Wochen. Bleib dran, justiere nach, und erinnere Dich regelmäßig an Deinen Ausgangspunkt.
Wenn Dich dabei vor allem Zweifel bremsen, ist Selbstvertrauen aufbauen der passende nächste Schritt.
Deine Übung für diese Woche
- Schreibe drei Tätigkeiten auf, bei denen Du zuletzt die Zeit vergessen hast.
- Notiere zu jeder, welchen Nutzen sie für andere haben könnte.
- Wähle eine aus und plane dafür eine feste Stunde in der kommenden Woche ein.
- Sprich mit einer Person, die in dieser Richtung schon weiter ist.
- Prüfe ehrlich: Ist das eine Sache, die Dir Kraft gibt – oder eine, an der Dein Selbstwert hängt?
Folge 55 anhören
Dieser Artikel basiert auf Folge 55 von „Erfolg ist kein Glück“: „So wirst Du sicher Millionär“ vom 26.05.2025.
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