Artikel zum Podcast
Vermieten mit System statt teuer inserieren
Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 02.06.2025

Eine Frage bekomme ich in Gesprächen und Nachrichten immer wieder: Wie inserierst Du eigentlich Deine Mietwohnungen – über einen Makler, über die großen Portale, oder hast Du dafür ein System?
Ich habe ein System. Und darum geht es hier: nicht um ein einzelnes Werkzeug, sondern um einen Ablauf, den Du bei jeder Neuvermietung gleich abspulen kannst.
1. Warum Einzelaktionen nicht skalieren
Eine Wohnung wird frei, Du brauchst Sichtbarkeit, also klickst Du Dich durch mehrere Portale. Jede Veröffentlichung einzeln, jede mit eigenem Konto, eigenen Feldern, eigener Abrechnung.
Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Anfragen sichten, beantworten, Termine koordinieren, Unterlagen verschicken, Energieausweis beilegen. Und das alles, um am Ende eine einzige Partei auszuwählen.
Wer alle paar Jahre einmal vermietet, kann damit leben. Wer mehrere Einheiten hält oder häufiger wechselt – möbliert, Wohngemeinschaften, Pendlerwohnungen –, zahlt diesen Aufwand jedes Mal neu.
2. Wie ein wiederholbarer Ablauf aussieht
Erstens: einmal erfassen statt mehrfach. Alle Angaben zum Objekt liegen an einer Stelle und werden von dort aus veröffentlicht – nicht dreimal per Hand eingetippt.
Zweitens: ein Posteingang für alle Anfragen, unabhängig vom Kanal. Sortieren, Sammelantworten für Zusagen und Absagen, Termine über einen Terminlink statt über zwanzig Einzelmails.
Drittens: vollständige Unterlagen von Anfang an. Ein sauberes Exposé, ein Grundriss und ein gültiger Energieausweis können Rückfragen verringern und Interessenten die Entscheidung erleichtern.
Viertens: eine Vorauswahl mit festen Kriterien, damit Du nicht zwanzig Besichtigungen machst, um am Ende dieselbe Entscheidung zu treffen.
3. Ein Beispiel aus der Folge
In der Folge vom 2. Juni 2025 stelle ich ohne-makler.net als Beispiel für meinen damaligen Vermietungsablauf vor.
Welche Leistungen und Konditionen aktuell gelten, prüfst Du bitte direkt beim Anbieter. Bewusst nenne ich hier keine Preise und keinen Funktionsumfang, weil sich beides ändert und ich keine veralteten Angaben stehen lassen möchte.
Entscheidend ist ohnehin nicht das Werkzeug, sondern der Gedanke dahinter: Du wartest nicht darauf, dass sich jemand kümmert, sondern baust einen eigenen Ablauf, der sich wiederholen lässt.
4. Drei typische Bedenken
„Ich bin kein Profi, was, wenn ich etwas falsch mache?“ Du musst kein Profi sein. Bei rechtlich heiklen Punkten – Energieausweis, Mietvertrag, Datenschutz bei Bewerberunterlagen – holst Du Dir Auskunft, statt zu raten.
„Ich habe keine Zeit für den ganzen Prozess.“ Genau deshalb lohnt der Ablauf. Vorlagen und feste Zuständigkeiten brauchen anfangs Zeit; bei späteren Vermietungen können sie wiederkehrende Arbeit verringern. Das ist der Unterschied zwischen Arbeiten und Organisieren – siehe Weniger tun, mehr erreichen.
„Ein Portal reicht doch.“ Kann sein – dann triffst Du diese Entscheidung aber bewusst und nicht aus Gewohnheit. Mehr Sichtbarkeit bedeutet vor allem mehr Auswahl, und Auswahl ist bei der Mieterentscheidung der wertvollste Faktor.
Deine Übung vor der nächsten Neuvermietung
- Schreibe alle Schritte Deiner letzten Vermietung auf – von der Kündigung bis zur Schlüsselübergabe.
- Markiere jeden Schritt, den Du jedes Mal neu erfindest.
- Lege für jeden davon eine Vorlage an: Exposé-Text, Absage, Einladung, Unterlagenliste.
- Definiere drei feste Kriterien für die Vorauswahl von Bewerbungen.
- Prüfe, welche Unterlagen bei Dir standardmäßig fehlen – Grundriss und Energieausweis zuerst.
Folge 56 anhören
Dieser Artikel basiert auf Folge 56 von „Erfolg ist kein Glück“: „Clever vermieten statt teuer inserieren“ vom 02.06.2025.
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