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    Mythos Frühaufsteher: Es kommt auf Deinen Rhythmus an

    Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 26.05.2024

    Kaum ein Ratschlag wird so oft wiederholt wie dieser: Steh früher auf, dann wirst Du erfolgreicher. In den sozialen Medien gehört inzwischen noch ein kaltes Bad vor Sonnenaufgang dazu.

    Der dritte Mythos dieser Reihe lautet: Frühaufsteher seien immer produktiver. Er hält sich, weil frühe Stunden gut aussehen – nicht, weil sie bei jedem funktionieren.

    1. Menschen haben unterschiedliche Rhythmen

    Wann wir wach, aufnahmefähig und konzentriert sind, ist individuell verschieden. Die einen sind morgens am klarsten, die anderen am späten Vormittag, wieder andere abends.

    Keiner dieser Rhythmen ist besser. Wer gegen seinen eigenen arbeitet, zahlt dafür mit mehr Aufwand für dasselbe Ergebnis – und hält sich am Ende für undiszipliniert.

    2. So findest Du Deine besten Stunden

    Beobachte eine Woche lang, wann Dir anspruchsvolle Arbeit leichtfällt und wann Du für dieselbe Aufgabe deutlich länger brauchst. Zwei kurze Notizen pro Tag reichen.

    Achte dabei nicht auf Motivation, sondern auf Klarheit: Wann kannst Du einen komplizierten Text schreiben, ohne dreimal neu anzusetzen?

    3. Baue Deinen Tag um diese Stunden herum

    Deine beste Zeit gehört der schwierigsten Aufgabe – nicht den Mails. Alles, was Routine ist, verträgt die Phasen, in denen Deine Konzentration ohnehin niedriger liegt.

    Praktisch heißt das: Fokusblöcke in Deine starke Phase legen, Absprachen und Verwaltung in die schwächere. Dafür brauchst Du Timeboxing und die Bereitschaft, Termine gezielt zu verschieben.

    4. Unterschiedliche Rhythmen im Team

    In Teams treffen verschiedene Rhythmen aufeinander. Statt einen davon zum Standard zu erklären, hilft es, gemeinsame Zeitfenster für Abstimmungen festzulegen – und den Rest des Tages freizugeben.

    Das kostet ein paar Absprachen und spart anschließend viel Reibung. Wie Du solche Fenster verteidigst, steht im Artikel zum Nein sagen.

    5. Der eigentliche Irrtum hinter dem Mythos

    Der Mythos verwechselt eine Gewohnheit mit einer Ursache. Dass viele bekannte Unternehmerinnen und Unternehmer früh aufstehen, heißt nicht, dass das frühe Aufstehen sie erfolgreich gemacht hat.

    Was tatsächlich hilft, ist etwas anderes: ein verlässlicher Rhythmus, geschützte Zeit für die wichtigste Aufgabe und ein Tagesbeginn, der nicht sofort von fremden Anliegen bestimmt wird. Das ist zu jeder Uhrzeit möglich.

    Wer trotzdem früher aufstehen möchte, sollte es deshalb an den Schlaf koppeln und nicht an den Wecker: Früher aufstehen ohne früher schlafen ist keine Produktivitätsstrategie, sondern nur weniger Schlaf.

    Deine Übung für die nächste Woche

    1. Notiere sieben Tage lang morgens, mittags und abends Deine Konzentration von 1 bis 5.
    2. Markiere die zwei Zeitfenster mit den höchsten Werten.
    3. Blocke in der Folgewoche in diesen Fenstern Deine wichtigste Aufgabe.
    4. Verschiebe Routine und Absprachen bewusst in die schwächeren Phasen.
    5. Prüfe nach einer Woche, ob dieselbe Arbeit weniger Zeit gekostet hat.

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    Dieser Artikel basiert auf Folge 23 von „Erfolg ist kein Glück“: „Die Wahrheit über Frühaufsteher“ vom 26.05.2024.

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