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    Mythos Multitasking: Warum Parallelarbeit langsamer macht

    Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 19.05.2024

    Nach vielen Gesprächen und Zuschriften zum Thema Zeitmanagement fällt ein Muster auf: Es gibt eine Handvoll Überzeugungen, die sich hartnäckig halten – und die zuverlässig zu Stress führen. Ich nenne sie Zeitmanagement-Mythen.

    Der erste ist der bekannteste: Multitasking mache produktiver. Diese Folge startet eine kleine Reihe, in der ich jeden Mythos einzeln auseinandernehme.

    1. Das typische Muster

    Ein typischer Ablauf sieht so aus: Eine wichtige Präsentation steht an. Parallel laufen Mails, Nachrichten und soziale Kanäle mit. Zwischendurch entstehen Notizen für ein weiteres Projekt.

    Am Vormittag fühlt sich das produktiv an – viel Bewegung, viele angefasste Themen. Am Abend ist die Präsentation unübersichtlich, in den Mails fehlen Details, und die Erschöpfung ist deutlich größer als der Fortschritt.

    2. Was beim Umschalten wirklich passiert

    Wir erledigen komplexe Aufgaben nicht gleichzeitig, sondern springen zwischen ihnen hin und her. Jeder Sprung kostet: Du musst Dich neu orientieren, den Faden wiederfinden und Dich erneut einarbeiten.

    Diese Wechselkosten sind unsichtbar, weil sie sich nicht als Pause anfühlen. Spürbar werden sie erst am Ergebnis – mehr Fehler, längere Bearbeitungszeit, weniger Tiefe.

    3. Warum Multitasking den Stress erhöht

    Wer ständig wechselt, hält alle offenen Themen gleichzeitig im Kopf. Nichts ist abgeschlossen, alles ist halb fertig – und genau dieses Gefühl erzeugt das Gefühl, hinterherzuhinken.

    Dazu kommt der soziale Anteil: Beschäftigt zu wirken gilt vielerorts als Ausweis von Einsatz. Das verstärkt das Verhalten, obwohl es dem Ergebnis schadet.

    4. Die Alternative: eine Sache, dann die nächste

    Die Alternative ist unspektakulär: priorisieren, eine Aufgabe abschließen, dann zur nächsten. Welche Aufgabe zuerst drankommt, klärst Du mit der Eisenhower-Matrix.

    Für die Umsetzung eignet sich die Pomodoro-Technik: feste Intervalle, in denen genau eine Sache dran ist, und ein Zettel für alles, was Dir währenddessen einfällt.

    5. Der Unterschied zwischen Multitasking und Unterbrechung

    Zwei Dinge werden oft vermischt: Multitasking ist selbst gewählt, Unterbrechungen kommen von außen. Beide erzeugen dieselben Wechselkosten – aber Du löst sie unterschiedlich.

    Gegen selbst gewähltes Springen hilft eine Entscheidung: eine Aufgabe, ein Fenster, ein Zeitraum. Gegen Unterbrechungen helfen Regeln und Absprachen: erreichbare und nicht erreichbare Zeiten, klare Antwortfristen, stumme Benachrichtigungen.

    Beides zusammen ergibt erst den Effekt. Wer konzentriert arbeitet, aber alle Benachrichtigungen offen lässt, hat nur den Absender der Störung gewechselt.

    Deine Übung für morgen

    1. Wähle für den Vormittag genau eine wichtige Aufgabe aus.
    2. Schließe alle Programme und Tabs, die nichts damit zu tun haben.
    3. Lege einen Zettel bereit für alles, was Dir dazwischen einfällt.
    4. Arbeite zwei Intervalle lang nur an dieser Aufgabe.
    5. Vergleiche am Ende: Wie weit bist Du gekommen – und wie erschöpft bist Du?

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    Dieser Artikel basiert auf Folge 21 von „Erfolg ist kein Glück“: „Dein Schlüssel zu mehr Effizienz: Entlarve die Mythen des Zeitmanagements“ vom 19.05.2024.

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