Artikel zum Podcast
Die Pomodoro-Technik: Konzentriert arbeiten in festen Intervallen
Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 08.03.2024

Es gibt Methoden, die klingen zu simpel, um zu wirken. Die Pomodoro-Technik gehört dazu: Du arbeitest eine festgelegte Zeit konzentriert an einer einzigen Sache, machst danach eine kurze Pause und beginnst das nächste Intervall.
Den Namen verdankt die Technik ihrem Erfinder, dem italienischen Unternehmer Francesco Cirillo, und seiner Küchenuhr in Tomatenform – „pomodoro“ ist italienisch für Tomate. Entstanden ist sie aus einer Erkenntnis aus seiner Studienzeit: Pausen sind kein Verlust, sondern Teil der Arbeit.
1. Das Grundprinzip: 25 Minuten Arbeit, 5 Minuten Pause
Ein klassisches Pomodoro besteht aus 25 Minuten konzentrierter Arbeit und einer Pause von fünf Minuten. Nach vier Durchgängen folgt eine längere Pause von 15 bis 30 Minuten.
Der Timer ist dabei kein Kontrollinstrument, sondern eine Erlaubnis: Für diese Zeitspanne darfst Du alles andere ignorieren. Und Du weißt genau, wann Du wieder an die Oberfläche kommst.
2. So läuft ein Durchgang ab
- Aufgabe auswählen – genau eine, kein Bündel.
- Arbeitsplatz vorbereiten, damit Du währenddessen nicht aufstehen musst.
- Timer auf 25 Minuten stellen und sofort beginnen.
- Benachrichtigungen aus, Handy weg oder in den Flugmodus, wenn möglich die Tür zu.
- Alles, was Dir währenddessen einfällt, auf einen Zettel schreiben statt es zu erledigen.
- Nach dem Signal aufstehen und fünf Minuten wirklich etwas anderes tun.
3. Warum die Pausen nicht verhandelbar sind
Die Pause ist der Teil, der am häufigsten gestrichen wird – und der Teil, der die Methode trägt. Sie sorgt dafür, dass Du nach dem dritten Intervall noch ähnlich konzentriert bist wie im ersten.
Wichtig ist, dass die Pause nichts mit der Arbeit zu tun hat. Aufstehen, dehnen, kurz nach draußen, ein Tee. Ein schneller Blick in die Mails ist keine Pause, sondern der Beginn eines neuen, ungeplanten Themas.
4. Finde Deine eigene Intervalllänge
25 Minuten sind ein Startwert, keine Vorschrift. Ich selbst arbeite meistens in einem 55-zu-5-Rhythmus, weil ich für Skripte und konzeptionelle Arbeit eine längere Anlaufstrecke brauche.
Probiere zwei oder drei Varianten über jeweils ein paar Tage aus und achte darauf, ab wann Deine Konzentration spürbar nachlässt. Genau davor liegt Deine Intervalllänge.
5. Kombiniere Pomodoro mit der Eisenhower-Matrix
Die Pomodoro-Technik beantwortet die Frage „Wie arbeite ich?“ – nicht die Frage „Woran arbeite ich?“. Die klärst Du vorher mit der Eisenhower-Matrix.
Meine Empfehlung: Wenn Du sechs Pomodoros an einem Tag einplanst, reserviere vier für Aufgaben, die wichtig und dringend sind, und zwei für wichtige Aufgaben ohne Frist. So bleiben die Vorhaben, die Dich weiterbringen, nicht dauerhaft liegen.
Deine Übung für morgen
- Wähle heute Abend eine einzige Aufgabe für morgen früh aus.
- Trage zwei Pomodoros dafür fest in Deinen Kalender ein.
- Lege den Zettel für Zwischengedanken bereit und schalte vorab die Benachrichtigungen aus.
- Halte nach jedem Durchgang kurz fest, wie weit Du gekommen bist.
- Bewerte am Ende des Tages nur eine Frage: War die Intervalllänge passend?
Folge 9 anhören
Dieser Artikel basiert auf Folge 9 von „Erfolg ist kein Glück“: „Was macht denn die Tomate hier?“ vom 08.03.2024.
Folge 9 anhören