Artikel zum Podcast
Eat the Frog: Warum die unangenehmste Aufgabe an den Anfang gehört
Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 10.03.2024

Es gibt an fast jedem Tag eine Aufgabe, um die Du einen Bogen machst. Das unangenehme Telefonat, die Absage, die aufgeschobene Auswertung. Und es gibt fünf kleine Aufgaben, die Du stattdessen erledigst, um das Gefühl zu haben, produktiv gewesen zu sein.
Die Eat-the-Frog-Methode dreht diese Reihenfolge um. Sie geht auf ein Zitat zurück, das Mark Twain zugeschrieben wird: Wer morgens als Erstes einen Frosch isst, kann den Rest des Tages in der Gewissheit verbringen, dass wahrscheinlich nichts Schlimmeres mehr kommt.
1. Finde Deinen Frosch
Dein Frosch ist die Aufgabe, die Du am stärksten aufschiebst und die gleichzeitig den größten positiven Effekt auf Deine Arbeit oder Dein Leben hätte. Beide Teile gehören zusammen: Unangenehm allein reicht nicht, sonst putzt Du nur besonders gründlich das Bad.
Wenn Du Deine Aufgaben bereits mit der Eisenhower-Matrix sortierst, findest Du Deinen Frosch fast immer im Feld „wichtig“ – manchmal mit Frist, oft ohne.
2. Entscheide am Vorabend, nicht am Morgen
Wer morgens erst überlegt, womit er anfängt, hat die Entscheidung schon halb verloren. Lege den Frosch deshalb am Abend vorher fest, wenn Du ohnehin auf den nächsten Tag schaust.
Notiere dazu nicht nur die Aufgabe, sondern auch den ersten konkreten Handgriff: welche Datei Du öffnest, wen Du anrufst, welchen Satz Du zuerst schreibst.
3. Arbeite ohne Unterbrechung daran
Ein Frosch verträgt keine Unterbrechungen. Benachrichtigungen aus, Handy in den Flugmodus, wenn möglich ein kurzer Hinweis an Kolleginnen und Familie, dass Du in der nächsten Stunde nicht ansprechbar bist.
Ein Zeitintervall aus der Pomodoro-Technik passt hier gut: Du musst nicht die ganze Aufgabe schaffen, nur den ersten Block ohne Ausweichmanöver.
4. Zerlege zu große Frösche
Manche Aufgaben sind zu groß, um sie an einem Morgen zu erledigen. Dann ist nicht die Methode falsch, sondern der Zuschnitt. Zerlege die Aufgabe in Teile, die jeweils an einem Vormittag abgeschlossen werden können.
Der Frosch ist dann nicht „das Konzept schreiben“, sondern „die Gliederung für das Konzept fertigstellen“. Damit bleibt der Effekt erhalten: Du beginnst den Tag mit einem echten Abschluss.
5. Was sich dadurch verändert
Aus meiner Erfahrung verändert sich vor allem die Stimmung des Tages. Die Aufgabe, die sonst bis 16 Uhr im Hinterkopf mitläuft und jede Pause vergiftet, ist um 10 Uhr erledigt. Alles Weitere fühlt sich danach leichter an.
Zusätzlich verbessert sich Deine Priorisierung fast nebenbei: Wer jeden Tag einen Frosch auswählt, muss sich täglich fragen, was wirklich zählt.
Deine Übung für die nächsten fünf Tage
- Lege jeden Abend genau einen Frosch für den nächsten Tag fest.
- Schreibe den ersten Handgriff dazu, der höchstens zwei Minuten dauert.
- Blocke dafür die erste Stunde Deines Arbeitstages im Kalender.
- Erledige in dieser Stunde nichts anderes – auch keine „kurze“ Mail.
- Notiere am Freitag, an welchen Tagen es geklappt hat und was dazwischenkam.
Folge 10 anhören
Dieser Artikel basiert auf Folge 10 von „Erfolg ist kein Glück“: „Küss den Frosch! NICHT!“ vom 10.03.2024.
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