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Serendipität: Wie Du die Wahrscheinlichkeit für gute Zufälle erhöhst
Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 13.01.2025

Es gibt Menschen, die treffen zufällig die richtigen Leute, stolpern über passende Gelegenheiten und wirken vom Glück verfolgt. Und es gibt Menschen, die sich fragen, warum ihnen so etwas nie passiert.
Für dieses Phänomen gibt es ein Wort: Serendipität. Es geht auf ein altes Märchen über drei Prinzen zurück, die ständig Wertvolles entdeckten – allerdings nie das, wonach sie gesucht hatten. Im 18. Jahrhundert wurde daraus ein eigener Begriff.
1. Serendipität ist aktives Glück
Entscheidend ist nicht, ob Dir Zufälle begegnen – die begegnen allen. Entscheidend ist, ob Du sie bemerkst und ob Du etwas daraus machst.
Unser Gehirn filtert permanent aus, was gerade nicht zum Auftrag passt. Wer den ganzen Tag nur seine Liste abarbeitet, übersieht zuverlässig die Gelegenheit, die daneben liegt. Dieser Filter lässt sich allerdings trainieren.
2. Die vier Prinzipien
Offenheit: Ein Gespräch mit einer fremden Person ist keine verlorene Zeit, sondern eine Möglichkeit. Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: Ich komme im Flugzeug fast immer mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch. Aus genau so einem Gespräch ist einmal ein Hauskauf entstanden – schlicht, weil ich erzählt habe, wofür ich mich interessiere, und meine Kontaktdaten dagelassen habe.
Vernetztes Denken: Dinge zu verbinden, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Wer nur Fachliteratur aus dem eigenen Bereich liest, hat wenig zu verbinden.
Aufmerksamkeit für Details: nicht nur hören, was gesagt wird, sondern auch bemerken, was sich verändert hat – im Tonfall, im Verhalten, in einer Nebenbemerkung.
Vorbereitung: Gelegenheiten erkennt nur, wer weiß, wonach er sucht. Wer seine Kriterien nicht kennt, hält jede Chance für gleich interessant – und keine für dringend.
3. Vier Gewohnheiten, die den Unterschied machen
- Verlasse Deine Routine: ein anderer Weg zur Arbeit, ein neues Café, Menschen außerhalb Deiner üblichen Kreise.
- Führe kurz Buch über Unerwartetes: drei überraschende Beobachtungen pro Tag trainieren die Wahrnehmung.
- Sag öfter zu: Wenn sich eine Gelegenheit bietet, die nicht perfekt in den Plan passt, ist das kein Ausschlusskriterium.
- Pflege Deine Neugier: Lies bewusst außerhalb Deines Fachgebiets, damit Dein Kopf überhaupt Material zum Verbinden hat.
4. Was gute Zufälle zuverlässig verhindert
- Ein Kalender ohne Puffer: Wer zurückgetaktet ist, kann auf nichts reagieren.
- Der ständige Blick aufs Handy in genau den Momenten, in denen Begegnungen entstehen.
- Das Aussortieren „unnötiger“ Gespräche nach reiner Effizienzlogik.
- Die Haltung „Dafür habe ich keine Zeit“ – siehe Mythos: mehr Stunden.
Eine Gewohnheit von mir, die dagegen hilft: Ich bin zu Terminen grundsätzlich etwa 15 Minuten früher da. Diese Viertelstunde ist kein Verlust – sie ist der Raum, in dem Ungeplantes überhaupt passieren kann.
5. Serendipität im Geschäftsalltag
Schaffe bewusst Anlässe für Begegnungen, die nicht auf ein Ergebnis hin geplant sind: Veranstaltungen außerhalb Deiner Branche, Gespräche ohne Tagesordnung, regelmäßige Treffen ohne konkretes Anliegen.
Und übe absichtsloses Zuhören. In Kundengesprächen achten die meisten nur auf das, was sie hören wollen. Die interessantere Information ist fast immer die unerwartete.
Das Gegenteil von Planlosigkeit ist das übrigens nicht. Klare Ziele und Offenheit schließen sich nicht aus – siehe Ziele verbindlich machen.
Deine Übung für vier Wochen
- Woche 1: täglich ein anderer Weg, ein Gespräch mit einer fremden Person, abends drei Beobachtungen notieren.
- Woche 2: täglich ein Artikel aus einem fremden Themengebiet plus die Frage, was davon zu Dir passt.
- Woche 3: drei Verabredungen ohne Tagesordnung mit Menschen, mit denen Du längst sprechen wolltest.
- Woche 4: täglich 30 Minuten ohne Aufgabe – nur denken, notieren, verbinden.
- Am Ende: Notiere, welche Gelegenheit in diesen vier Wochen entstanden ist, die es sonst nicht gegeben hätte.
Begleitende Unterlagen zu dieser Folge
Geschichte & Übungen · PDF · 4 Seiten
Serendipität: Chancen im Unerwarteten entdecken
Lies die Geschichte der drei Prinzen von Serendip und probiere die vierwöchige Challenge aus. Mit Übungen zu Wahrnehmung, neuen Verbindungen, Begegnungen und freiem Denken schärfst Du Deinen Blick für unerwartete Möglichkeiten.
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Folge 43 anhören
Dieser Artikel basiert auf Folge 43 von „Erfolg ist kein Glück“: „Serendipität“ vom 13.01.2025.
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