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Die ALPEN-Methode: Tagesplanung, die der Realität standhält
Von Markus Beforth · Artikel erstellt am 23.09.2026 · Podcastfolge vom 14.04.2025

Du startest motiviert in den Tag, hast eine lange Liste – und abends fragst Du Dich, was Du eigentlich gemacht hast. Die Liste ist kaum kürzer, Du bist erschöpft, und der Tag ist an Dir vorbeigerauscht.
Die ALPEN-Methode, entwickelt vom Zeitmanagement-Autor Lothar Seiwert, setzt genau hier an. Ihr entscheidender Unterschied zu vielen anderen Systemen: Sie geht von vornherein davon aus, dass nicht alles nach Plan läuft.
A – Aufgaben und Termine notieren
Schreibe alles auf, was ansteht: berufliche Aufgaben, private Erledigungen, Termine, Routinen, auch Kleinigkeiten. Unerledigtes im Kopf zu behalten kostet Aufmerksamkeit – dieser Effekt ist in der Psychologie als Zeigarnik-Effekt bekannt.
- Ein System für alles – nicht drei Apps, zwei Hefte und Zettel am Bildschirm.
- Konkret formulieren: nicht „Marketing“, sondern „Beiträge für nächste Woche planen“.
- Erst Vollständigkeit, dann Ordnung. Sortiert wird später.
Am besten am Abend für den nächsten Tag. Zehn Minuten abends sparen morgens deutlich mehr als zehn Minuten Anlauf.
L – Die Länge realistisch schätzen
Hier kommt der unangenehme Teil: Wir unterschätzen Aufgabendauern systematisch. Der Grund ist bekannt – wir planen den besten Fall, nicht den normalen.
- Miss nach: Stoppe ein paar Tage lang, wie lange Dinge tatsächlich dauern.
- Verdopple Deine Schätzung: So grob das klingt, so nah liegt es oft an der Realität.
- Zerlege große Aufgaben in Schritte und schätze jeden einzeln – die Summe ist ehrlicher.
Und rechne Vor- und Nachbereitung mit. Ein einstündiges Gespräch ist selten eine Stunde: Vorbereitung, Gespräch und Nacharbeit ergeben oft das Anderthalbfache.
P – Pufferzeiten einplanen
Die Faustregel der Methode: Verplane höchstens etwa 60 Prozent Deines Tages fest. Der Rest bleibt frei.
Das klingt nach weniger Leistung und führt in der Praxis zum Gegenteil. Unvorhergesehenes passiert täglich – die Frage ist nur wann. Ohne Puffer wird jede Störung zur Kettenreaktion.
- Feste Pufferblöcke im Kalender, behandelt wie Termine.
- Zwischen Terminen mindestens eine Viertelstunde für Überlauf und Notizen.
- Ein täglicher größerer Block für echte Störfälle – bleibt er frei, nutzt Du ihn für Wichtiges ohne Frist.
E – Entscheidungen treffen
Jetzt steht die vollständige Liste vor Dir, mit ehrlichen Zeiten und dem Wissen, dass nur ein Teil des Tages verplant werden darf. Also musst Du auswählen.
Priorisieren nach Wichtigkeit und Dringlichkeit – die Eisenhower-Matrix leistet hier gute Dienste. Delegieren, wo jemand anderes es ebenso gut kann; siehe Delegieren lernen. Und streichen, wenn die Folge des Nichtstuns gering ist.
Praktisch bewährt: drei wichtige und zwei mittlere Aufgaben pro Tag, alles andere ist nachrangig. Was unter zwei Minuten dauert, erledigst Du sofort, statt es zu notieren.
Achte auf die drei typischen Fallen: zuerst das Leichte zu erledigen, ständig auf Eingehendes zu reagieren und alles als wichtig zu markieren. Wenn alles Priorität hat, hat nichts Priorität.
N – Nachkontrolle
Der am häufigsten übersprungene Schritt: zehn Minuten am Ende des Arbeitstages. Was habe ich erledigt, was blieb offen und warum? Waren meine Schätzungen realistisch, die Puffer ausreichend, die Prioritäten richtig gesetzt?
Übertrage Offenes bewusst auf den nächsten Tag – mit angepasster Zeitschätzung. Genau dieser bewusste Abschluss macht den Feierabend zum Feierabend.
Einmal pro Woche eine längere Auswertung: Welche Hindernisse kehren wieder, wann bist Du besonders leistungsfähig? Der Wochenrückblick ist dafür der passende Rahmen.
Deine Übung für morgen
- Notiere heute Abend in 15 Minuten alle Aufgaben für morgen.
- Schätze jede Dauer – und verdopple Deine erste Zahl.
- Verplane nur rund 60 Prozent Deiner Arbeitszeit fest.
- Markiere drei wichtige und zwei mittlere Aufgaben, streiche oder delegiere den Rest.
- Nimm Dir morgen Abend zehn Minuten für die Nachkontrolle und passe Deine Schätzungen an.
Folge 51 anhören
Dieser Artikel basiert auf Folge 51 von „Erfolg ist kein Glück“: „Die ALPEN-Methode – Dein ultimatives Planungstool“ vom 14.04.2025.
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